Chronische Sehschwäche bei der Betreuung chronisch Kranker  

 - und wie das Projekt «Chronic Care Indicators» Gegensteuer schafft 

Managed Care-Versicherungsmodelle haben zum Ziel, Versicherte durch den Behandlungsprozess zu steuern, um bestmögliche Qualität zu tieferen Kosten zu erreichen. Eine bessere Betreuung chronisch Kranker trägt zu dieser Zielerreichung substantiell bei und ist ein Managed Care-Baustein, der den Nerv von Ärzten und Versicherern trifft.
 
Im Sinne von Managed Care
Wer sind ihre chronisch erkrankten Patienten, wie viele Diabetiker betreut die Praxis, erfolgt die Behandlung nach etablierten Therapie-Standards? Fragen wie diese können Ärzte heute nicht oder zumindest nicht faktenbasiert beantworten. Hätten sie solche Informationen, könnten sie ihre Patienten besser betreuen und kostenintensive Folgebehandlungen vermeiden.
Guideline-Adhärenz verbessert Behandlung
Höhere Behandlungsqualität, tiefere Kosten, mehr Transparenz und Wirkungsnachweis – diesen Anspruch vor Augen lancierten wir in Zusammenarbeit mit MedSolution das Projekt «Chronic Care Indicators (CCI)». Es sieht vor, den Ärzten eine Sicht auf die Daten zu geben, die eine Optimierung der Behandlung chronisch Kranker ermöglicht. Im Fokus stehen Diabetiker und Hypertoniker, die zusammen einen grossen Teil des Chroniker-Kollektivs in der Schweiz ausmachen.
Therapiestandards und Indikatoren
Daten, in Kombination mit evidenzbasierten, in einem Netzkonsens erstellten Guidelines bilden die Basis des Projekts. Mittels Qualitätsindikatoren soll die Behandlungsqualität für das Kollektiv nachweislich gesteigert werden. Sie geben Hinweise darauf, wie adhärent die zugrundeliegenden Guidelines eingehalten werden. Diese Indikatoren werden aus klinischen Daten des Praxisinformationssystems, Abrechnungsdaten und Medikamenten-Abrechnungsdaten vom Versicherer abgeleitet.
  • Identifikation des Kollektivs: Die Kenntnis des eigenen Kollektivs von Diabetikern und Hypertonikern erachten Ärzte als wesentlichen Mehrwert gegenüber heute. Das System soll daher basierend auf den Medikamenten-Abrechnungsdetails und den Pharmaceutical Cost Groups (PCG) Patienten mit Medikation für Diabetes bzw. Hypertonie identifizieren und dem Arzt zur Verifikation der entsprechenden Diagnose vorlegen. Hat der Arzt bei einem Patienten im Praxisinformationssystem bereits eine Diagnose strukturiert erfasst, so wird diese automatisch verifiziert.
  • Relevante Hinweise auf Patientenebene: Darüber hinaus erhält der Arzt auf Patientenebene regelmässig Hinweise, die die Adhärenz und somit die Behandlungsqualität verbessern. Es gibt Indikatoren, die das Tun des Arztes abbilden und solche, die das Resultat abbilden: Der HbA1c-Wert würde anzeigen, ob das Patientenkollektiv gut eingestellt ist. Ein Zeitraum unter einem definierten Wert seit der letzten Konsultation beim Ophthalmologen wäre ein Indiz für Guideline-Adhärenz bezüglich Früherkennung einer Retinopathie.
 
Nutzen auf Kollektiv-Ebene
Über die individuellen Hinweise auf Patientenebene hinaus würde das System ein Monitoring auf Kollektiv-Ebene ermöglichen. Aggregiert man die Indikatoren auf Ebene «Ärztenetz», erhält man einen Nachweis und ein Steuerungsinstrument für eine hohe Behandlungsqualität – und darum geht es schliesslich bei Managed Care.

 «In Ärztenetzen können wir die Versorgung der Patienten verbessern, indem wir die Versorgungsprozesse gemeinsam diskutieren, festlegen und evaluieren. Ein Patientenregister, wie es CCI zur Verfügung stellt, bietet hierfür die Grundlage, indem es die Patienten und die durchzuführenden medizinischen Massnahmen transparent aufzeigt.» 

Oliver Strehle, Mitglied der Geschäftsleitung MedSolution AG
Chronic Care Matters
In der Schweiz leben rund 2.2 Millionen Menschen mit einer chronischen Erkrankung (1) – mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Davon leiden schätzungsweise 500’000 Menschen an Diabetes (2) und rund 1.5 Millionen Menschen an Hypertonie, dem Vorboten von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall (3). Nicht selten führen chronische Erkrankungen zu Multimorbidität: Rund 14.5% der chronisch Kranken in der Schweiz leiden an mehreren Erkrankungen (4).

 Potenzial und Relevanz 

Bereits 2001 zeigte der Fachbeitrag «Der diabetische Fuss» (5) erschreckende Zahlen von anhaltender Aktualität, wie diverse aktuelle Rezitationen nachweisen: In der Schweiz kam es damals jährlich zu rund 1’000 Fussamputationen bei Diabetikern, wovon in rund 85% der Fälle ein Fussulkus (spezifische Fusswunde) vorausging. Bis 2008 hat die Zahl der Fälle sogar nachweislich zugenommen (6/7). Nur 25–50% aller amputierten Diabetiker überleben die nächsten drei Jahre. Anhand einer gemäss Guidelines vorgesehenen Fussuntersuchung könnte ein Fussulkus entdeckt und behandelt werden. Bei einer repräsentativen Umfrage unter Schweizer Diabetespatienten (5) gaben 42% an, keine Fussuntersuchung erhalten zu haben.

 Der diabetische Fuss 

 «Die Unterstützung von chronisch Kranken  

 mittels Indikatoren würde Managed Care genau 

 den richtigen frischen Wind einhauchen.» 

Daniel Junker, Geschäftsführer Meconex AG
Die Behandlung chronisch Erkrankter ist auch bei den meisten Versicherern auf dem Radar. So haben sie heute spezifische Programme etwa für Diabetiker und fördern deren Prävention gezielt, mit dem eindeutigen Ziel: Spätfolgen und langfristige Kosten reduzieren. 
Helsana zeigte in einer grossangelegten Studie (8), dass Patienten mit chronischen Erkrankungen in vertraglich integrierten Versorgungsmodellen besser versorgt werden als im Standard-Modell: Hospitalisierungsraten liegen rund 10% tiefer, signifikant tiefer liegen auch die Gesundheitskosten. Nichtsdestotrotz führt besonders bei Diabetespatienten die mangelnde Therapietreue zu erhöhtem Spital- und Sterberisiko, weshalb sich Helsana deutlich für Initiativen zur Steigerung der Therapietreue ausspricht.

 Auf dem Radar der Versicherer 

 Den Werkzeugkasten optimieren 

Managed Care ist der Werkzeugkasten aus Prozessen, Prinzipien und Tools, welche die Versorgungsqualität erhöhen und Kosten senken können. Das bewährte Modell gilt es zu pflegen und um einen Baustein zu erweitern, der den Nerv der Versicherer und Ärzte trifft.
Managed Care Modell heute und Zukunft, BlueEvidence
BlueEvidence ist das System der führenden Managed Care Organisationen. Mit der steten Weiterentwicklung leistet BlueCare spürbaren Beitrag zur Optimierung des heutigen Managed Care-Modells: Die Verbesserung des Benutzer-Komforts erhöhen Tool-Akzeptanz sowie Effizienz, neu geschaffene Instrumente erlauben ein Monitoring der Patientensteuerung. In Zusammenarbeit mit den Kunden werden relevante Informationen ergänzt, neue Anforderungen umgesetzt und der Gesamtnutzen laufende erhöht. Einige Etappen der erfolgten Weiterentwicklung:
BlueEvidence Weiterentwicklung

 In unseren Genen 

Wir sind Pionier, Berater und etablierter Systemanbieter im Managed Care-Ökosystem. Dies sind die besten Voraussetzungen, um in enger Partnerschaft mit den Akteuren neue Versorgungsprogramme zu entwickeln und die notwendigen Tools aus einem Guss zu bauen.
12 Managed Care Organisationen und mehr als 2’000 Grundversorger-Praxen nutzen BlueEvidence, die Applikation für die wirkungsvolle Unterstützung der Managed Care-Prozesse. Wir stellen damit einen Kern der Geschäftsprozesse unserer Kunden und agieren als «Information Hub» zwischen Versicherern und Managed Care Organisationen beziehungsweise Ärztenetzen. Eine Rolle, die tief in unseren Genen steckt und für tragfähige Lösungen und Innovationen im Managed Care-Ökosystem notwendig ist. Mit diesen guten Voraussetzungen und der engen Partnerschaft mit unseren Kunden als Ausgangspunkt machen wir es uns zum Ziel, das bewährte Managed Care-Modell auszubauen und zu stärken. Dabei bringen wir unsere Kernkompetenzen Datenverarbeitung und «aus Daten handlungsrelevante Informationen machen» ebenso wirkungsvoll ein, wie die ausgewiesenen Fähigkeiten bei der Spezifikation, dem Bau und Betrieb von Applikationen.

Erfahren Sie mehr über das Projekt - Kontaktieren Sie uns:

 Oder rufen Sie uns an: 
 052 235 19 35 

«Die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden hilft uns, die Abläufe im Gesundheitswesen zu verstehen – und zu optimieren.»

Dieser Beitrag stammt aus dem BluePrint #3 - Juni 2017

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