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 Kooperation – der Erfolgsfaktor für Zuweiserprojekte 

Da Spitäler auf Fallzahlen und Rentabilität angewiesen sind, hat das Zuweisermanagement an Bedeutung gewonnen. Auf Ebene Marketing/Kommunikation ist es heute weitverbreitet – auf der operativen Prozessebene, wo es um Zusammenarbeit, Effizienz und Datensicherheit geht, ist wirkungsvolles Zuweisermanagement jedoch kaum anzutreffen. Marc Condrau, Senior Consultant bei BlueCare AG, erklärt, wie BlueCare diesem Umstand mit kooperativen Zuweiserprojekten begegnet.
Was sind die grundlegenden Herausforderungen bei der interorganisationalen Kommunikation zwischen Spitälern und zuweisenden Ärzten?

Zwei Welten mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten treffen aufeinander: Spitäler – grosse Organisationen mit heterogenen Prozessen und einer komplexen IT – erhalten Zuweisungen auf verschiedenen Kanälen an unterschiedliche Stellen. Praxen dagegen sind kleine Organisationen, deren einzige IT-Unterstützung in der Regel aus einer Praxissoftware besteht. Sowohl Zuweisungen als auch die Verarbeitung von umfangreichen Spitalberichten bedeuten für die Praxen viel Arbeit.

Die Prozess- und Kanalvielfalt verursacht also für beide unnötigen Aufwand. Hinzu kommt, dass die Patientensicherheit aufgrund der vielen manuellen Vorgänge, Schnittstellen und Medienbrüche leidet. Die Digitalisierung der Abläufe kann die Fehlerwahrscheinlichkeit und den Zeitaufwand senken.

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Aufgrund der Ressourcenverteilung und wirtschaftlichen Interessen geht die Initiierung von Zuweiserprojekten meist von Institutionen aus. Diese Projekte werden nur erfolgreich sein, wenn die Zuweisenden eingebunden werden und einen direkten Nutzen sehen. Kooperationsprojekte sind eine Chance für die Ärzteschaft, Kommunikationsprozesse mitzugestalten.

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Marc Condrau,

Senior Consultant,
BlueCare AG

Organisationen müssen aufgrund des Bundesgesetzes über das EPD in die Digitalisierung investieren – niedergelassene Ärztinnen und Ärzte nicht. Wieso sollten sie dies trotzdem tun?

Die eHealth-Strategie ist schwerpunktmässig eine Patientendossier-Strategie. In komplexen Fällen mit diversen Akteuren ist das EPD eine gute Möglichkeit für die interprofessionelle Koordination rund um einen Patienten. Das EPD löst aber keine Prozessprobleme in der gerichteten Kommunikation, welche sämtliche Patienten betreffen. Ein weiterer Aspekt ist, dass sich die Ärzteschaft aus der eher passiven Rolle des Anwenders von Lösungen emanzipieren und aktiver in die Gestaltung des elektronischen Datenaustauschs einbringen sollte. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Realitäten geschaffen werden, die niedergelassenen Ärzten kaum Nutzen bringen.

Reicht es nicht, wenn man eine HIN-Identität/-Mail hat?

HIN ist Voraussetzung für einen sicheren elektronischen Datenaustausch. Gleichzeitig ist HIN ein gutes Beispiel dafür, dass durch proaktive Mitgestaltung Lösungen entstehen, die den Bedürfnissen der Ärzteschaft Rechnung tragen. HIN wurde 1996 auf Initiative der FMH gegründet. Die HIN-Identität/-Mail löst aber keine prozessualen Herausforderungen.

Gibt es nicht bereits diverse Projekte mit dem Ziel, den Zuweisungsprozess zu verbessern?

Ja, das stimmt. Solche Projekte wurden aufgrund der Ressourcenlage primär von Spitälern gestartet. Die Kommunikation wurde jedoch häufig als technische Herausforderung angegangen und nicht als Projekt zur Förderung der Zusammenarbeit von Gesundheitsfachpersonen.

Was braucht es, damit ein solches Projekt Erfolg haben kann?

Es ist unabdingbar, dass beide Seiten eingebunden werden, ihre Bedürfnisse formulieren, sich zuhören und einigen, was sie benötigen. Also keine unilateralen Vorgaben entstehen, sondern Lösungen, welche bezüglich Akzeptanz und Gestaltung für beide Seiten gewinnbringend sind.

Was für konkrete kooperative Zuweiserprojekte kennen Sie?

Bis heute sind mir nur wenige kooperative Zuweiserprojekte bekannt. Wir sind beispielsweise in Winterthur seit Kurzem an einem Projekt beteiligt, bei dem ein Fachteam – bestehend aus Ärzten, Pflege und Ökonomen des KSW sowie niedergelassenen Ärzten – im Einsatz ist, um die Implementierung von BlueConnect als Zuweiserlösung in der Region zu begleiten.

Was kann mit einem digitalen Zuweisungsmanagement-Tool wie BlueConnect im operativen Prozessbereich optimiert werden?

Seitens Praxis ergibt sich eine Reduktion des Aufwands bei der Zuweisung von Patienten und der Verarbeitung externer Berichte. Seitens Spital können Verarbeitungsprozesse beim Empfang sowie Versand automatisiert werden – und durch zusätzliche Services ist ein Mehrwert für die Zuweisenden erzielbar.

Zuweiser haben Angst, dass mit der Digitalisierung der persönliche Austausch leidet oder Patienten noch einfacher im Spital «verschwinden».

Nein, der persönliche Austausch zwischen Spitalarzt und Zuweiser muss genau gleich stattfinden. Dem «Verschwinden des Patienten im Spital» kann die Digitalisierung sogar entgegenwirken: Durch automatisierte Benachrichtigungen oder Chatmöglichkeiten begünstigt sie zudem den Miteinbezug des Zuweisers – beispielsweise bei einem Reha-Entscheid.

Und wie sieht es mit dem Patientennutzen aus?

Die heute weitverbreitete Art des Datenaustauschs via Brief, Fax oder E-Mail und damit die manuelle Übernahme administrativer und medizinischer Patientendaten in die jeweiligen Systeme ist fehleranfällig. Die Digitalisierung der Prozesse erhöht die Patientensicherheit. Effizientere Arbeitsabläufe dank Digitalisierung sind zudem im Interesse der gesamten Gesellschaft, um der Kostensteigerung im Gesundheitswesen entgegenzuwirken.

BlueConnect

BlueConnect ist ein webbasiertes Tool, das den administrativen Aufwand in der Arztpraxis reduziert. Ganz unabhängig davon, ob Sie mit Papier- oder mit elektronischer Krankengeschichte dokumentieren. Tauschen Sie Dokumente einfach und papierlos praxisintern und -extern aus, verarbeiten sie weiter und legen sie in Ihrer Praxissoftware ab – Ihre Daten sind dabei stets geschützt.

BlueCare AG Winterthur

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Tel. 052 235 19 35 

Fax 052 235 19 20

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