Ein Plädoyer fürs vertikale Ärzte-Orchester

Bild: Deutsche Welle

 

Zuhören, im Takt bleiben, sich abstimmen: In der Wahl und Pflege bevorzugter Behandlungspartner liegt Potenzial, die Qualität und Effizienz der Zusammenarbeit zwischen Ärzten zu erhöhen – ganz ähnlich einem Orchester.

 

Die Organisation bevorzugter Behandlungspartner beschreibt das Prinzip, dass Hausärzte in HMO- oder Hausarzt-Modellen mit nur wenigen, sorgfältig ausgesuchten Spezialisten und Spitälern zusammenarbeiten, dafür aber die Zusammenarbeit mit diesen gut orchestrieren (siehe Box). Durch die Orchestrierung in Kommunikation, Prozessen und Systemen arbeiten die Behandlungspartner effektiver und effizienter zusammen und reduzieren so indirekt die Kosten.

 

Beispiele der Orchestrierung

Wenn Hausärzte zum Beispiel wissen, welche Informationen ihr bevorzugtes Spital für Eintritte benötigt, können Nachfragen vermieden werden. Durch Abstimmung der Prozesse von Hausärzten, Spital und Spezialisten kann die beste Instanz für Nachuntersuchungen bestimmt oder gemeinsam erörtert werden, wann der Hausarzt in Austritts- oder Rehabilitationsentscheide einbezogen wird. Die kooperierenden Institutionen können sich auf gemeinsame Standards einigen, welche den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit effizienter machen. Unter dem Stichwort Zuweisermanagement befassen sich Spitäler bereits mit dem Thema, Tools und Systeme können die Zusammenarbeitsprozesse unterstützen (siehe unten). Die Zusammenarbeit vereinfachen könnten auch einheitliche, standardisierte und einfach zusammenführbare Medikationspläne. BlueCare erarbeitet in einem Pilotprojekt mit Partnern eine teilweise automatisierte Lösung hierzu.

 

Qualität, Verfügbarkeit, Auftragstreue

In der Organisation der bevorzugten Behandlungspartner geht es also nicht primär darum, die günstigsten Behandlungspartner zu identifizieren und mit diesen bevorzugte Konditionen auszuhandeln. Die Evaluation basiert laut Branchenvertretern zuerst auf der Qualität der Behandlung, sowie auf Kriterien wie Verfügbarkeit, Auftragstreue, Patienten-Feedback und eigenen Erfahrungen der Hausärzte. Aus ökonomischer Sicht soll dennoch sichergestellt werden, dass die bevorzugten Behandlungspartner nur medizinisch notwendige Leistungen erbringen und verrechnen.

 

Bevorzugte Partner – wenig orchestriert

Heute arbeiten einzelne Hausärzte oft schon mit bevorzugten Behandlungspartnern: Sie überweisen ihre Patienten häufig an die gleichen Spezialisten und Spitäler. Als individuelle Akteure fehlen ihnen aber die Kapazitäten, sich mit diesen vertieft auszutauschen und abzustimmen. Wenn sich hingegen ganze Ärztenetze oder HMO-Praxen auf bevorzugte Behandlungspartner einigen, kann die Orchestrierung zentral und effizienter umgesetzt werden. Die regelmässig stattfindenden Qualitätszirkel der Ärzte würden sich für die Evaluation bevorzugter Behandlungspartner gut eignen. Das Ärztenetz Grisomed wählt den Weg, die vertikale Zusammenarbeit gezielt in Weiterbildungsprogrammen zu thematisieren, welche von Haus- wie Spitalärzten besucht werden (siehe Box).

 

Informationsgrundlagen erarbeiten

Managed Care Organisationen können die Ärztenetze mit Analysen ihrer Daten bei der Evaluation bevorzugter Behandlungspartner unterstützen. Sie können beispielsweise im BlueEvidence Analyzer auswerten, bei welchen Behandlungspartnern Managed Care-Patienten am häufigsten Leistungen bezogen oder wo auffällige Leistungsverrechnungen genauer geprüft werden sollten (siehe Beitrag auf der Rückseite). Die Organisation bevorzugter Behandlungspartner wird weiter an Relevanz gewinnen, BlueCare unterstützt dabei mit ihren Produkten, ihrem Knowhow zur Vernetzung von Systemen und darin, aus Daten Informationen zu gewinnen.

 

 

«Wenn wenige aber gut orchestrierte Ärzte zusammenarbeiten,

steigt die Effizienz und sinken die Kosten.»

 

Salome Müller,

Product Management BlueEvidence

 

 

 

Preferred Provider Organization vs. bevorzugte Behandlungspartner
Im BluePrint verzichten wir bewusst auf die Terminologien «Preferred Provider Organization» und «Provider Management». Diese Begriffe stammen aus dem amerikanischen Raum und haben da einen klaren Fokus auf Kostenvergleiche zwischen Ärzten und das Verhandeln von Preisnachlässen mit möglichen «Preferred Provider». In der Schweiz stehen, auch wenn die englischen Begriffe verwendet werden, weniger die Kosten im Fokus, sondern viel mehr die Qualität der Behandlung und der Zusammenarbeit zwischen Ärzten. Kostensenkungen sollen über die Orchestrierung indirekt erfolgen. Der deutsche Begriff der «bevorzugten Behandlungspartner» bringt diese unterschiedliche Auffassung zum Ausdruck.

 

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