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Ein Plädoyer fürs vertikale Ärzte-Orchester


Bild: Deutsche Welle (https://www.dw.com/de/musizieren-f%C3%BCr-den-guten-zweck/a-17097771)

Bild: Deutsche Welle

Zuhören, im Takt bleiben, sich abstimmen: In der Wahl und Pflege bevorzugter Behandlungspartner liegt Potenzial, die Qualität und Effizienz der Zusammenarbeit zwischen Ärzten zu erhöhen – ganz ähnlich einem Orchester.

Die Organisation bevorzugter Behandlungspartner beschreibt das Prinzip, dass Hausärzte in HMO- oder Hausarzt-Modellen mit nur wenigen, sorgfältig ausgesuchten Spezialisten und Spitälern zusammenarbeiten, dafür aber die Zusammenarbeit mit diesen gut orchestrieren (siehe Box). Durch die Orchestrierung in Kommunikation, Prozessen und Systemen arbeiten die Behandlungspartner effektiver und effizienter zusammen und reduzieren so indirekt die Kosten.

Beispiele der Orchestrierung

Wenn Hausärzte zum Beispiel wissen, welche Informationen ihr bevorzugtes Spital für Eintritte benötigt, können Nachfragen vermieden werden. Durch Abstimmung der Prozesse von Hausärzten, Spital und Spezialisten kann die beste Instanz für Nachuntersuchungen bestimmt oder gemeinsam erörtert werden, wann der Hausarzt in Austritts- oder Rehabilitationsentscheide einbezogen wird. Die kooperierenden Institutionen können sich auf gemeinsame Standards einigen, welche den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit effizienter machen. Unter dem Stichwort Zuweisermanagement befassen sich Spitäler bereits mit dem Thema, Tools und Systeme können die Zusammenarbeitsprozesse unterstützen (siehe unten). Die Zusammenarbeit vereinfachen könnten auch einheitliche, standardisierte und einfach zusammenführbare Medikationspläne. BlueCare erarbeitet in einem Pilotprojekt mit Partnern eine teilweise automatisierte Lösung hierzu.

Qualität, Verfügbarkeit, Auftragstreue

In der Organisation der bevorzugten Behandlungspartner geht es also nicht primär darum, die günstigsten Behandlungspartner zu identifizieren und mit diesen bevorzugte Konditionen auszuhandeln. Die Evaluation basiert laut Branchenvertretern zuerst auf der Qualität der Behandlung, sowie auf Kriterien wie Verfügbarkeit, Auftragstreue, Patienten-Feedback und eigenen Erfahrungen der Hausärzte. Aus ökonomischer Sicht soll dennoch sichergestellt werden, dass die bevorzugten Behandlungspartner nur medizinisch notwendige Leistungen erbringen und verrechnen.

Bevorzugte Partner – wenig orchestriert

Heute arbeiten einzelne Hausärzte oft schon mit bevorzugten Behandlungspartnern: Sie überweisen ihre Patienten häufig an die gleichen Spezialisten und Spitäler. Als individuelle Akteure fehlen ihnen aber die Kapazitäten, sich mit diesen vertieft auszutauschen und abzustimmen. Wenn sich hingegen ganze Ärztenetze oder HMO-Praxen auf bevorzugte Behandlungspartner einigen, kann die Orchestrierung zentral und effizienter umgesetzt werden. Die regelmässig stattfindenden Qualitätszirkel der Ärzte würden sich für die Evaluation bevorzugter Behandlungspartner gut eignen. Das Ärztenetz Grisomed wählt den Weg, die vertikale Zusammenarbeit gezielt in Weiterbildungsprogrammen zu thematisieren, welche von Haus- wie Spitalärzten besucht werden (siehe Box).