Doktor Using Digital-Tablette

Willkommen
auf dem BlueCare Blog

E-Health: Warum sich Patienten mehr digitale Angebote wünschen



Grundsätzlich ist unbestritten: Digitalisierung schafft mehr Zeit für die persönliche ärztliche Behandlung. Laut einer FMH-Erhebung ist die Ärzteschaft jedoch skeptischer gegenüber digitalen Praxis-Angeboten eingestellt, als es Patientinnen und Patienten sind. Woher rührt dieser Graben?


Online-Terminvereinbarung? Ja, bitte: Für die Bevölkerung ist das ein Service mit klarem Mehrwert. Für die Ärztinnen und Ärzten weniger, wie die Erhebung «Digital Trends Survey 2021» der FMH zeigt. Rund 85 % der befragten Personen interessieren sich für die digitale Terminvereinbarung, hingegen nur etwa 40 % der Ärztinnen und Ärzte. Ähnlich sieht es bei den automatischen Benachrichtigungen über Wartezeiten aus: Rund 90 % der Bevölkerung finden dieses digitale Angebot interessant, aber nur 20 % der Ärzteschaft.

Mehr Zeit, weniger Kosten

Gerade im administrativen Bereich besteht eine Kluft zwischen Nachfrage und Angebot: Sei es die Online-Übermittlung administrativer Daten aus dem Wartezimmer oder administrative Prozesse mittels digitaler Formulare, das Interesse an digitalen Angeboten ist von Seiten der Patientinnen und Patienten gross. Als Argumente geben sie unter anderem an, dass die Digitalisierung Kosten senke und mehr Zeit für die persönliche Behandlung durch die Ärztin oder den Arzt schaffe. Eine grosse Mehrheit der Befragten vertraut zudem ihrer Hausarztpraxis punkto Datenschutzes.

Potenzial längst nicht ausgeschöpft

Was den Datenschutz betrifft, sind die Ärztinnen und Ärzte deutlich skeptischer. So findet eine klare Mehrheit, man müsse Patienten wie auch die Ärzteschaft im Umgang mit digitalen Gesundheitsdaten besser sensibilisieren. Zwar kennt ein Grossteil der Ärztinnen und Ärzte die vorhandenen digitalen Anwendungen und findet deren Nutzung wichtig. Doch ist dort das Potenzial längst nicht ausgeschöpft. Immerhin führen bereits 73 % der befragten Ärzteschaft eine elektronische Krankengeschichte. Und: Wie die Bevölkerung, so glaubt auch ein Grossteil der Ärztinnen und Ärzte, dass sie dank Digitalisierung Zeit sparen – Zeit, die sie für die Behandlung ihrer Patienten einsetzen können.

Handlungsbedarf nach Covid gestiegen

Dass hinsichtlich Digitalisierung noch viel Luft nach oben ist, darüber herrscht seit der Covid-Pandemie Konsens. Das Ereignis hat bei der Ärzteschaft zu einem deutlichen Meinungsumschwung geführt: Während 2019, bei der ersten FMH-Erhebung, noch zwei Drittel der Meinung war, das momentane Potenzial der digitalen Gesundheitsversorgung auszuschöpfen, fand dies 2021 nur noch ein Viertel der Befragten. Der durch Covid ausgelöste «Digitalisierungsschub» ist also auch in der Arztpraxis angekommen. In jedem Fall gilt: Digitalisierung ist eine individuelle Angelegenheit. Das zeigt sich in den unterschiedlichen Ansprüchen und Voraussetzungen der Praxen und gilt somit auch für die optimale Lösung. Es lohnt sich, die individuellen Bedürfnisse sowie bestehende Prozesse vertieft zu prüfen, um Optimierungspotenzial zu erkennen, und die passenden digitalen Lösungen zu testen.

4 views